WELCHE ZUBEREITUNG PASST ZU MIR?

Beinahe jeder startet seinen Tag mit einer schönen Tasse Kaffee, schwarz, mit Milch, mit Zucker oder beidem. 

Doch während niemand auf den Genuss verzichten mag, hat kaum jemand eine genaue Idee, ob die gewählte Zubereitungsform wirklich dem eigenen Geschmack entspricht. 

Kapseln, Filter, Instant, French Press. Die Zubereitungsformen sind endlos, aber selten wählt der Kaffeetrinker seine Zubereitungsweise nach seiner Lieblingsbohne oder dem Getränk aus, sondern mehr nach praktischen Aspekten. 

“Ich bin Langschläfer und hab morgens nicht viel Zeit.” Zack, die Nespresso-Maschine ist gekauft. “Ich trinke unzählige Tassen, weshalb eine Filtermaschine am besten passt.” Viel, schnell und stets griffbereit. 

Welche Zubereitungsform ermöglicht welchen Genuss? Die Auswahl ist unfassbar groß und nie geht es darum die beste Zubereitung ausfindig zu machen, sondern für jeden einzelnen die richtige und genussbringende Wahl zu treffen. 

Denn eines steht fest: Kaffee ist nicht nur der Muntermacher am Morgen, sondern auch die geteilte Mittagspause, der Nachmittagskaffee oder aber einfach der Begleiter bei 5 Minuten Pausen. Kaffee steht für Geselligkeit, Quality-time und Kommunikation. 

Wer hat nicht bereits bei einer Tasse Kaffee mit seinem besten Freund die Zeit verloren? 

Oder den Kaffee als Ausrede für die dringend nötige Pause genutzt?

Jeder hat seine Präferenz und das ist auch richtig so. Also geben wir Euch hier einen Überblick, der euch vielleicht einen neue Zubereitungsweise finden und lieben lässt. 

  1. Der Vollautomat ist ganz besonders dann hilfreich, wenn man die Zeit nutzen möchte während der Kaffee läuft. Viel Flüssigkeit in kurzer Zeit. Sehr praktisch, schnell und die klassische Zubereitungsmethode eines vollen Familienhaushalts.
  1. Der klassische Siebträger ist natürlich in der Cafe und Barista-Szene stets ein Favorit.     Der Prozess vom Mahlen, Wiegen bis hin zum perfekten Espresso oder Cappuccino gleicht beinahe einem Ritual, das keinesfalls gestört oder verändert werden darf.   
  1. Omas klassischer Filterkaffee aus dem Porzellan Melitta Filter feiert ein Comeback. Schon seit nicht geraumer Zeit feiern immer mehr Connaisseure die traditionelle Zubereitungsmethode bei der etwas gröber gemahlene Bohnen langsam und gleichmäßig per Hand mit Wasser aufgegossen werden. Ganze Produktreihen wie die von Hario oder Chemex widmen sich dieser Brühmethode, die, laut Experten, bestmöglich den Eigengeschmack der jeweiligen Röstung herauskitzelt und somit die Tasse Kaffee zum Geschmackserlebnis werden lässt.
  1. Pad und Kaffeemaschinen gehören tatsächlich trotz ihrer Beliebtheit zu den heiß kritisierten Zubereitungsmethoden. Neben der hohen Menge an Plastikmüll, die durch die Kapseln entstehen, werden die ein oder anderen Kaffeefreunde die unzähligen Getränkeoptionen einer Kapselmaschine mit Argwohn betrachten.
    Der ganz klare Vorteil liegt bei diesen Methoden allerdings, ähnlich wie beim Vollautomaten, in der Praxis. Schnell wird mit wenigen Handgriffen und Knopfdrücken der Kaffee gezaubert, ohne das Beaufsichtigung oder große Mühe benötigt werden. Mit 20 bar wird das ca. 90 Grad heiße Wasser auf das Pad oder die Kapsel gedrückt und der Latte Macchiato ist in weniger als 2 Minuten fertig. 

All diese vorgestellten Methoden stellen die Frage, ob es DIE eine richtige Zubereitung gibt, oder ob es wirklich von der Präferenz des Trinkers abhängt? 


Nun ja, hier ist für uns die Antwort ganz einfach: Nein, gibt es nicht und Ja, es ist abhängig von der Vorliebe. 

Bei allen elitären Aussagen, die bereits von mehreren Genussmenschen zu hören sind sollte es letztlich jedem einzelnen überlassen sein wie er seinen Kaffee am liebsten trinkt und wie er ihn natürlich auch am liebsten zubereitet. 

Wir würden uns freuen zu hören, was denn so eure Vorlieben sind und ob ihr vielleicht sogar jetzt bereit seid etwas Neues auszuprobieren. Wir sind sehr gespannt. 

Alles Liebe, 

euer Karuzaikap-Team

Kaffeekultur in Italien – Dem Land des Genusses


Die Kaffeekultur Italiens hat nicht nur eine lange Geschichte, sondern hat auch ganz besondere Zubereitungsmethoden und Kniffe. Doch welcher Kaffee ist wirklich „typisch italienisch“ und welche Einflüsse kamen eher aus anderen Kulturen?

Die italienische Kaffeegeschichte beginnt übrigens zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Hier gelang es Schmugglern erstmals aus dem arabischen Raum keimfähige Bohnen nach Neapel zu bringen. Zunächst war das edle Getränk hier dem reichen Adel vorbehalten, es dauerte jedoch nicht lange bis er zu jedermanns Getränk im Alltag wurde – neben dem Bier welches übrigens auch fester Bestandteil des Alltags war.


Espresso oder Espressi?

Weder noch! Der Italiener bestellt keinen Espresso, sondern lediglich einen „Caffè“. Erhalten wird man durch diese Bestellung das, was wir in Deutschland unter einem Espresso verstehen. Wer Lust auf eine größere Tasse hat, bestellt entweder einen „caffè americano“ (Espresso mit heißem Wasser) oder einen „caffè lungo“, das ist ein mit der doppelten Wassermenge zubereiteter Espresso.

Teil der italienischen Kaffekultur ist es außerdem zu einem Caffè einen Schluck stilles Wasser zu trinken. Wasser macht den Kaffee für den Magen bekömmlicher, da dieser im Magen verdünnt wird. Der Kaffeegeschmack leidet dabei nicht, schließlich trinkt man Wasser und Kaffee getrennt voneinander.


Vuoi un caffè per favore?“ – Kaffee ist eine Frage der Gastfreundschaft

Ein guter Gastgeber bietet seinem Besucher Kaffee an. Die Italiener schätzen die wohlige Atmosphäre, die für erfolgreiche persönliche und berufliche Beziehungen wichtig ist. Wird dem Gast wiederum kein Kaffee angeboten, fragt er sich – zumindest als Italiener – ob er überhaupt willkommen ist oder etwas falsch gemacht hat.


Die hohe Kunst der italienischen Röstung

In Italien verwendet man sehr dunkle Bohnen für die Röstung des Kaffees. Die Bohnen werden beim Röstvorgang sehr langsam geröstet. Das Kaffeerösten ist geradezu ein Kunsthandwerk. Kleine Fehler beim „Röstrezept“ können schon zu einem sauren Getränk mit einem unangenehmen Nachgeschmack führen. Oftmals werden diese Rezepte für die perfekte Röstung über Generationen weitergegeben. Es gibt noch viele kleine Kaffeeröstereinen und bei jeder schmeckt der Kaffee ein kleines bisschen verschieden. Das macht die große Vielfalt der Kaffeekultur aus.

Als Faustregel gilt übrigens: Umso weiter man sich der Stiefelspitze Italiens nähert, umso stärker wird der Kaffee.


Praxistipp: Die perfekte Crema

Beim Pressen des Wassers mit hohem Druck durch den Kaffee entsteht aus dem in den Bohnen enthaltene Öl eine feine Crema auf dem Kaffee. Goldig braun, stabil und feinporig sollte sie sein. Doch wie zaubere ich zu Hause eine gute Crema und welche Art der Zubereitung eignet sich am besten?

Zuerst sollte angemerkt werden, dass die Art der Bohne nur eine untergeordnete Rolle spielt. Ob man Arabica, Robusta oder einen Blend aus beiden verwendet ist relativ unwichtig, es kommt eher auf die Qualität und das Röstverfahren an. Gerade industrielle Hersteller rösten oft zu schnell und zu heiß, sodass das Ergebnis dann erwartungsgemäß bescheiden ausfällt. Werden die Bohnen langsam und schonend sehr dunkel geröstet können die nötigen Öle am leichtesten austreten. Außerdem gilt: Die Bohne sollte nicht mit Chemikalien behandelt worden sein.

Bei der Art der Zubereitung eignet sich die Siebträgermaschine am besten, jedoch kann man auch mit fast jeder anderen Maschine eine gute Crema bekommen. Wichtig ist dass das Wasser einen hohen Druck hat. Bei den beliebten Vollautomaten gibt es klare Qualitäts- und Preisunterschiede, welche sich auch bei der Qualität der Crema bemerkbar machen.


Mehr Klarheit bitte! Welche Kaffee-Mythen stimmen wirklich?


Für viele beginnt der Tag mit einer heißen Tasse Kaffee. Doch bis heute kursieren unzählige Mythen um das beliebte Heißgetränk. Kaffee soll unter anderem die Fettverbrennung anregen, eine Wirkung auf die Schönheit haben und sogar süchtig machen. Doch was ist wirklich wahr an den Gerüchten? Hier die fünf Fakten über den berühmten Wachmacher:


Mythos 1: Kaffee dehydriert

Wenn du in einem Café eine Tasse Kaffee bestellst, bekommst du normalerweise ein Glas Wasser dazu. Daraus ist der Mythos entstanden, dass der Kaffee Wasser aus dem Körper entzieht und der Verlust dieser Flüssigkeit mit Wasser ausgeglichen werden muss. Obwohl Kaffee ein Diuretikum ist, dehydriert er Ihren Körper nicht. Es hilft sogar bei der Flüssigkeitsaufnahme, die laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung zur täglichen Flüssigkeitsaufnahme angerechnet werden kann.

Der Mythos ist falsch:

  • Koffein stimuliert lediglich die Filterfunktion der Nieren und hat eine harntreibende Wirkung.
  • Kaffee entwässert nicht, sondern hydratisiert den Körper.
  • Das im Café servierte Wasser soll deine Geschmacksknospen für das Aroma von Kaffee lediglich sensibilisieren.

Mythos 2: Kaffee macht wach

Zum einen gilt Kaffee als zuverlässiger Muntermacher und soll vor allem morgens zu mehr Leistung verhelfen. Dazu musst du verstehen, wie das stimulierende Prinzip von Kaffee funktioniert: Adenosin ist eine körpereigene Substanz, die die Freisetzung von aufbauenden Neurotransmittern wie Dopamin blockiert. Der Herzschlag verlangsamt sich, der Blutdruck sinkt und du fühlst dich müde. Wenn du Kaffee trinkst, konkurriert Koffein mit Adenosin, indem es die Adenosin Rezeptoren blockiert. Mit anderen Worten: Schlafsignale werden blockiert und Müdigkeit unterdrückt. Tatsächlich ist die zusätzliche Energie einer der größten Vorteile von Kaffee.

Der Mythos stimmt:

Koffein hemmt körpereigene Substanzen bei der Ausschüttung von Schlafhormonen. Das zentrale Nervensystem und der Stoffwechsel werden angeregt und du fühlst dich wach. Menschen, die viel Kaffee trinken, sind vom Gewohnheitseffekt betroffen. Infolgedessen brauchst du immer mehr Kaffee, um wach zu werden.


Mythos 3: Kaffee macht süchtig

Viele Kaffeesüchtige bezeichnen sich selbst als süchtig. Und da Koffein eine psychoaktive Droge ist, vermutet manche, dass Kaffee süchtig machen kann. Aber ist das wahr? Bei Suchtmitteln schüttet das Gehirn Dopamin aus, das erzeugt ein berauschendes Wohlgefühl. Bei Koffein ist die Menge an freigesetztem Dopamin zu gering, um einen Rausch auszulösen.

Der Mythos ist falsch:

  • Das typische Suchtzentrum im Gehirn hat nichts mit Kaffeekonsum zu tun, weshalb Kaffee nicht zu den klassischen Drogen gehört.
  • Kaffee kann jedoch dich daran gewöhnen, was zu leichten Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen führen kann, wenn du mit dem Trinken aufhörst.

Mythos 4: Kaffee verfärbt die Zähne:

Wenn du Kaffee liebst, fragst du dich vielleicht, ob das beliebte Bohnengetränk deine Zähne verfärben kann. Es macht sogar Sinn, da Kaffee – wie Tee und Saft – zu den färbenden Lebensmitteln gehört.

Der Mythos ist wahr:

Deine Zähne sind nicht so glatt und flach, wie sie erscheinen. Tatsächlich haben sie mikroskopisch kleine Rillen, die Farbstoffe aufnehmen können. Die Gerbstoffe im Kaffee können sich auf dem Zahnschmelz ablagern und ihn verfärben. Schwarzer Kaffee verfärbt die Zähne leichter als Milchkaffee. Sobald du deinem Kaffee etwas Milch hinzufügst, wird der Farbstoff von der Milch gebunden und der Latte verfärbt deine Zähne nicht mehr.

Tipp:

Curcumin hat übrigens eine aufhellende Wirkung auf die Zähne. Du kannst einfach etwas Curcumin auf deine Zahnbürste geben und dir damit die Zähne putzen.


Mythos 5: Kaffee macht nüchtern

Wahrscheinlich hast du und deine Kollegen bei eurer letzten Weihnachtsfeier zu viel getrunken und die entspannte Atmosphäre genossen. Aber wenn ihr am nächsten Morgen nüchtern im Büro erscheinen müsst, kann ein gefürchteter Kater euren Job stressig gestalten. Eine oder zwei Tassen Kaffee sollen schnell Abhilfe schaffen. Während der Alkohol die Wirkung von Kaffee abschwächen kann, funktioniert das umgekehrt nicht.

Dieser Mythos ist daher ein Irrglaube:

Laut Ernährungsexperten sind koffeinhaltige Getränke nach Alkoholgenuss ungünstig. Untersuchungen zeigen, dass Kaffee den Alkoholabbau im Blut nicht beschleunigt. Es ist jedoch bekannt, dass der Alkoholabbau durch Alter, Geschlecht, Alkoholmenge und konsumierte Nahrung beeinflusst wird.


Eine kleine Geschichte des Kaffees


Über die Ursprünge des Kaffeekonsums ranken sich zahlreiche Legenden. Eine der bekanntesten und schönsten ist jene vom Ziegenhirten Kaldi. Dieser soll um das Jahr 850 im Königreich Kaffa im heutigen Äthiopien gelebt haben. Eines Tages habe er bemerkt, dass einige seine Ziegen bis tief in die Nacht umhersprangen nachdem sie die Früchte eines bestimmten Buschs gefressen hatten. Daraufhin habe er selbst die Früchte probiert und eine aufputschende Wirkung festgestellt. Als er seine Entdeckung einem Sufi-Mönch berichtete, habe dieser den Verzehr jedoch missbilligt und die Früchte ins Feuer geworfen. Nun habe sich ein verführerisches Aroma verbreitet und Kaldi habe die gerösteten Bohnen aus dem Feuer geholt, in Wasser aufgelöst und so die erste Tasse Kaffee zubereitet.


Kaffee und der Islam – ein schwieriges Verhältnis

Die Legende von Kaldi ist zwar höchstwahrscheinlich erfunden, die Herkunft aus dem heutigen Äthiopien jedoch plausibel. Jedenfalls berichten die ersten gesicherten Quellen, dass jemenitische Sufi-Mönche im frühen 15. Jahrhundert von dort über den Hafen von Mokka Kaffeebohnen importierten. Die anregende Wirkung soll ihnen geholfen haben sich bei ihren nächtlichen Gebeten länger zu konzentrieren.

Von Mokka verbreitete sich das anregende Getränk schnell über die arabische Halbinsel. 1414 erreichte es Mekka und bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts Kairo. Dort und in weiteren Städten des Nahen Ostens entstanden zahlreiche Kaffeehäuser. Während die Verbreitung des Kaffeekonsums vom Sufismus profitierte, sahen andere, konservative Strömungen des Islam die aufputschende Wirkung kritischer. So kam es zu zahlreichen lokalen Verboten durch orthodoxe Imame, etwa 1511 in Mekka  und 1532 in Kairo. Derartige Verbote waren aber stets umstritten und konnten weder die Beliebtheit des Kaffees noch seine weitere Verbreitung nach Persien und Europa verhindern. Mit dem osmanischen Sultan Suleiman I. hatte das Getränk sogar einen prominenten Führsprecher, der 1524 ein fatwa erlassen ließ, die den Genuss von Kaffee explizit erlaubte. Letztlich scheiterten alle Versuche den Konsum einzuschränken oder zu verbieten wohl auch an der – im Vergleich zu Alkohol – kaum berauschenden Wirkung.


Wie der Kaffee nach Europa kam

Auch zur Verbreitung des Kaffees in Europa gibt es eine schöne Legende. Demnach sollen die Wiener nach der Abwehr der zweiten Türkenbelagerung 1683 zahlreiche Säcke mit merkwürdigen Bohnen im Lager der Osmanen gefunden haben, die sie für Kamelfutter hielten. Der polnische Offizier Georg Franz Kolschitzky habe die Säcke jedoch erkannt, das erste Kaffeehaus in Wien gegründet und so ein Vermögen verdient. Tatsächlich erhielt jedoch zwei Jahre später ein gewisser Johannes Theodat von Kaiser Leopold I. das Privileg für zwanzig Jahre als einziger Wiener Händler das „türkische Getränk“ ausschenken zu dürfen. Die Bezeichnung als „türkisches Getränk“ verweist zwar ebenso wie die Legende auf die Herkunft aus dem Osmanischen Reich. Von dort war es aber bereits weit früher über den Seehandel nach Europa gelangt. Die erste europäische Beschreibung der Kaffeepflanze ist vom Augsburger Arzt Leonhard Rauwolf überliefert, der sie 1573 in Aleppo kennen lernte. Von da an dauerte es zwar noch ein wenig, bis das Getränk sich auch in Europa verbreitete, doch nachdem 1645 das erste europäische Kaffeehaus in Venedig eröffnete ging es rasant. 1650 folgte Oxford, 1652 London, 1659 Marseille und zwischen und 1673 wurde in Bremen das erste Kaffeehaus im deutschen Sprachraum eröffnet. Bedingt durch die Einführung durch englische und niederländische Händler war in Deutschland lange die Schreibweise „Coffee“ verbreitet.

Im Europa der frühen Neuzeit war Kaffee ein Luxusgut, dessen Handel von den absolutistischen Monarchen oftmals streng reguliert wurde, wie bereits das Beispiel des Kaffeemonopols des Johannes Theodat zeigt. Friedrich der Große versuchte in Preußen ein staatliches Monopol auf den Handel mit Kaffee durchzusetzen und stellte dafür sogar eigens ausgebildete „Kaffeeriecher“ ein, die Schmuggler am Geruch erkennen sollten. Neben seiner Stellung als Luxusgut galt Kaffee in Europa bereits früh als Mittel zur „Beförderung der Dichterkraft“ (Johann Neukirch: Anfangsgründe der reinen teutschen Poesie. Halle 1724) und wurde und wird gerne mit Künstlern in Verbindung gebracht. So schrieb Johann Sebastian Bach eine „Kaffeekantate“ Johann Wolfgang von Goethe sinnierte in „Dichtung und Wahrheit“ über die trübselige Stimmung, in die ihn der Genuss von Kaffee versetzte und von Honoré de Balzac und Ludwig van Beethoven heißt es, sie hätten exorbitante Mengen Kaffee getrunken. Insbesondere die Wiener Kaffeehäuser gelten geradezu als Zentren der dortigen Künstlerszene. Wolfgang Amadeus Mozart verkehrte dort ebenso wie später Johann Strauß der Jüngere. Insbesondere gelten die Wiener Kaffeehäuser jedoch als Treffpunkte von Literaten, die dort ganze Arbeitstage verbrachten und sich beim Schreiben vom Kaffee und ihrer Umgebung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein inspirieren ließen. Noch Stefan Zweig schwärmte von der einzigartigen Atmosphäre in den Wiener Kaffeehäusern.


Kolonialismus und Sklaverei – die dunkle Seite des Kaffees

Die große Beliebtheit des Kaffees im Europa der frühen Neuzeit hat jedoch eine Schattenseite. 1616 gelang es dem Niederländer Pieter van den Broecke einige Kaffeebüsche aus Mokka nach Amsterdam zu bringen. Nachdem sie dort im Gewächshaus gediehen begannen die Niederländer 1658 mit dem Anbau in Ceylon (Sri Lanka). Dem folgte der Anbau in zahlreichen weiteren europäischen Kolonien in Asien und Lateinamerika. In den lateinamerikanischen Kolonien wurden dabei – wie auf allen Plantagen der dortigen Kolonialherren – afrikanische Sklaven ausgebeutet. Doch auch in den südostasiatischen Kolonien wurde die lokale Bevölkerung von den europäischen Kolonialherren auf Kaffeeplantagen ausgebeutet. Die heutige weltweite Verbreitung der Kaffeepflanze ist somit auch auf das Erbe des Kolonialismus zurückzuführen.


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